Bevor er sich als Botschafter der Walliser Weine bestätigt, hat der Petite Arvine lange Zeit eine Nebenrolle gespielt. Sein Alter und seine autochthone Herkunft stehen jedoch ausser Frage: die Rebsorte Arvine ist seit mindestens vier Jahrhunderten in der Walliser Scholle verankert.
Aus alten Dokumenten ist zu schliessen, dass, im Vergleich zu Muscat, Humagne und Landroter, der Anbau von Arvine bescheiden bleibt. Die anfangs des 20. Jh. noch vernachlässigte Sorte weckt danach das Interesse der Winzer und Weinfreunde. Zwischen 1991 und 2008 hat sich die dem Gewächs reservierte Fläche fast vervierfacht. Die Neupflanzungen, die viel Aufmerksamkeit fordern, profitieren von den besten Selektionen. Manche Spezialisten betrachten übrigens den Petite Arvine als "einen sehr anspruchsvollen Feudalherr". Das spät reifende Gewächs der dritten Epoche verlangt die besten Reblagen und verträgt weder zu reiche Böden noch zu grosse Trockenheit. Die Weinkenner schätzen seine eigenwilligen Merkmale und seine Lagerfähigkeit. Sie sprechen gern von Duftnoten, die an Grapefruit, Rhabarber oder Ananas erinnern und im Gaumen von Passionsfrucht-, Kiwi- oder Quittenaromen. Nationale und internationale Presseartikel loben seine Verdienste und einige weltweit anerkannte Weinproduzenten versuchen das Gewächs auch in anderen europäischen Regionen anzupflanzen.
Um eine missbräuchliche Verwendung des neuen Stars zu verhindern, versuchen der Staat Wallis und die Kantonale Dienststelle für Landwirtschaft für diesen Weine, wie beim Fendant und beim Dôle, eine traditionelle Bezeichnung zu erlangen, um ihn vor Kopien zu schützen.
Quellen : Histoire de la Vigne et du Vin du Valais, «Petite Arvine: l'histoire d'une suivante devenue reine» von Sabine Carruzzo, Arnaud Meilland, Christine Payo und Chantal Ammann-Doubliez, Historiker; «Premières mentions de l'Arvine et de l'Amigne au XVIIe siècle» von José Vouillamoz, Ampelograph.
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